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20 Jahre Marktplatzkrippe in Ebermannstadt

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Die Marktplatzkrippe in Ebermannstadt.


Fotos (Andreas Weisel):         Verkündigungsszene                                                                     Weihnachtsszene


Die Krippe auf dem Marktplatz mit dem großen Christbaum an der linken Giebelseite gehört mittlerweile zum festen Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit und ist in diesen Wochen der Mittelpunkt der Stadt, ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Sie wird heuer zum 20. Mal von der FSV-Ortsgruppe aufgestellt.

Die Idee, nach der Neugestaltung des Marktplatzes, die 1998 abgeschlossen war, dort eine Krippe aufzustellen, kam aus dem Vereinsvorstand. Treibende Kraft war neben dem 1. Vorsitzenden vor allem der pensionierte Gründungschef des hiesigen Gymnasiums Erich Döttl († 2016). Nach Abklärung einiger Details mit der Stadtverwaltung und deren Zustimmung war ein Schnitzer schnell gefunden. Man einigte sich nach verschiedenen Krippenbesichtigungsfahrten im Jahr zuvor auf Alfred Simon aus Debersdorf bei Schlüsselfeld, der vor allem durch seine Hauskrippen einen gewissen Bekanntheitsgrad im fränkischen Raum (Ausstellung Dez. 2000 auch im Heimatmuseum Ebermannstadt) hatte. Ihm wurde Mitte Juli 1999 der Auftrag erteilt, für die Verkündigungsszene bis Ende November, also relativ kurzfristig, die Figuren von Maria und des Verkündigungsengels und für die Weihnachtsszene bis Mitte Dezember die des Jesukindes, des Josefs sowie Ochs und Esel zu schnitzen und farblich zu fassen, was seine Frau Waltraud zu erledigen hatte. Zwei schwebende Engel, zwei Hirten, zwei Schafe, Katze, Taube,  Henne und weitere Ausstattungsgegenstände (u, a, ein Bauernschrank mit Truhe geschreinert von Walter Meyer und nach heimischen Vorlagen von Erika Strigl bemalt, zwei Bandarolen gestaltet von Erika Freunek, ein Spinnrad gestiftet von Familie E. Burkard) kamen in den folgenden Jahren dazu.

Nun war im Laufe des Herbst das Krippenhaus zu zimmern; es sollte ein „fränkisches“ sein mit Biberschwänzen auf einem Steildach. Herr Döttl skizzierte mit künstlerischem Talent verschiedene Vorschläge und Klaus Neuner zeichnete für die konkrete Ausführung dann die notwendigen Grund- und Aufrisse. Er, der auch das nötige Holz besorgte, und Robert Köferlein errichteten auf dem Gelände des Bauhofs den Holzaufbau, Baptist Lang fertigte das fahrbare Untergestell. Die Biberschwänze spendierte Familie N. Drischel.

Großes Kopfzerbrechen bereiteten der Zusammenbau und das Aufstellen der Figuren. Vom Schnitzer wurden die Köpfe, die Unterarme mit den Händen sowie die Unterschenkel mit den Füßen geliefert, die restlichen Körperteile in rohen Klötzen, die durch die Gewänder zu verdecken waren. Bis die einzelnen Teile jedoch zusammenpassten, gelenkfähig und standfest gemacht waren, war viel Fachwissen gefragt, das aber nicht immer zum Ziel führte. Herr Erich Döttl hat über diese verschiedenen, immer gut gemeinten Bemühungen eine heitere, sehr humorvolle Geschichte geschrieben. Frau Frieda Leyrer schneiderte, unterstützt von Frau Bärbl Stief, die Gewänder für die Figuren.

Am Samstag vor dem 1. Advent 1999 konnte das Tor des Krippenhauses mit der Verkündigungsszene, dem Prolog des Engels, mit festlicher Bläsermusik, einem Rückblick des 1. Vorsitzenden auf die Realisierung einer Idee in den zurückliegenden Monaten und Dankesworten des 1. Bürgermeisters Franz Josef Kraus zum ersten Mal geöffnet werden.

Anlässlich des kleinen Krippenjubiläums ist vielfältiger Dank zu sagen: Allen vorher genannten Personen, Franz Schmitt für die Übernahme der Kosten für die Figur des Jesukindes, Erika Freunek, Evelyn Neuner und Monika Weisel die Einrichtung der beiden Krippenszenen, Andreas Weisel, der Jahr für Jahr allen Figuren den standfesten Halt gibt, Familie A. Stern für Heu und Stroh, Alfons und Angelika Theiler für das tägliche Auf- und Zusperren der Krippe in den Anfangsjahren, fortgeführt von Walter Sieburg und Familie H. Weisel. Herzlichen Dank allen, die beim Ein- und Abdecken, dem Ein-, Um- und Ausräumen der beiden Szenen immer wieder geholfen haben, für alle größeren und kleinen Spenden, die die weitere Ausgestaltung der Krippe über die Jahre hinweg ermöglichten und nicht zuletzt dem Bauhof für das An- und Wegfahren des Krippenhauses und der Stadt für die Überlassung eines Raumes für die Einlagerung der Figuren und des Krippenzubehörs.

Hans Weisel